Aussicht vom Montmartre, 1886

 

Das Bild gehört zu einer Gruppe von vier Ansichten von Paris, die alle 1886 entstanden sind und unter der Bezeichnung "les toits de Paris" (die Dächer von Paris) bekannt sind. Es gehört damit zu den ersten Gemälden, die sichtbar werden lassen, wie sich van Gogh der Großstadt annähert und wie er ihre Charakteristik als Brennpunkt zeitgenössischen Kunstgeschehens und zeitgenössischer Malerei für sich fruchtbar macht. Im Frühling 1886 war er nach einem Studium in der Malerei- und Zeichenklasse der École des Beaux-Arts von Antwerpen aus nach Paris aufgebrochen. Hier trat er für vier Monate in das Atelier von Fernand Cormon ein. Im Juni zog er zu seinem Bruder Theo in eine Wohnung in der Rue Lepic am Montmartre und richtete sich dort ein Atelier ein. Hier sind vermutlich die insgesamt vier Ansichten entstanden.
Das Gemälde eröffnet in einer für das bisherige Œuvre van Goghs ungewöhnlich hellen Palette eine panoramaartige Sicht vom Montmartre-Hügel aus in Richtung Süden: Auf mittlerer Höhe ist am linken Bildrand "Le Radet" zu erkennen, eine der drei Mühlen, die zu dieser Zeit noch auf der Anhöhe standen und die ländliche Vergangenheit des Ortes präsent hielten. Links der Bildmitte erheben sich die Türme von Notre-Dame, die Kuppeln des Pantheons und der Kirche Val-de-Grâce, rechts die Oper, weiter vorn die Trinité und darüber die Türme von St. Clothilde und die Kuppel des Invalidendoms.

 

Vincent van Gogh, Aussicht vom Montmartre, 1886

Kunstmuseum Basel, Sammlung Online http://sammlungonline.kunstmuseumbasel.ch/eMuseumPlus 04.09.2019

Vincent van Gogh | Vue de Paris, prise de Montmartre

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